Juli 2011

Auswertung 07/2011

Allgemeine Beschreibung der Diagramme

Erklärungen zu den verwendeten Fachbegriffen erhalten Sie im: link-arrow-grau{tiframe linktext:="Glossar" width:="650" height:="400" url:="http://www.premeteo.com/de/forschung/glossar.html"}

Das obere Diagramm zeigt den original Premeteo-Prognose-Index wie er vorab im Internet veröffentlicht war. Das untere Diagramm zeigt den korrigierten Premeteo-Index nach dem real eingetretenen Wetterverlauf, wenn Indexierungsfehler entdeckt wurden oder durch die Fehlprognosen eine teilweise Änderung der Prognoseregeln für künftige Prognosen sinnvoll erschien.

 

Index 1: Summe aus den quantifizierten Wertzuordnungen der täglich exakten Impulsaspekte von 12 UTC des Vortags bis 12 UTC des betreffenden Tags

Premeteo-Index: setzt sich zusammen aus Index 1, den quantifizierten, täglich exakten Symmetrien (12-12 UTC) und den quantifizierten Impulsauslösungen durch Konjunktionen, die sich an dem betreffenden Tag in einem Exaktheitsbereich von ± 1° befinden. Er ist massgeblich für die Prognose. Verläuft der Premeteo-Index im negativen Bereich, ist mit einer größeren Wahrscheinlichkeit für eine zyklonale Impulsierung (T = Tiefdruckwetterlage) der Atmosphäre über SW-Deutschland zu rechnen, verläuft sie im positiven Bereich ist eine größere Wahrscheinlichkeit für eine antizyklonale Strömung (H = Hochdruckwetterlage) gegeben. Der Premeteo-Index befindet sich noch in Entwicklung und soll durch weiterführende Forschung verbessert werden.
Die Differenz zwischen Premeteo-Index und Index 1 ergibt sich demnach durch die gleichzeitig auftretenden Impulse von Symmetrien und Konjunktionen.


Luftdruck: täglicher Luftdruckwert der DWD-Wetterstation Lahr um 6 UTC (entnommen der Berliner Wetterkarte) minus 1015 hpa.


Trendlinie des Premeteo-Index, die seinen Verlauf in einer mathematisch geglätteten Form zeigt.

 

H, T: real eingetretene Hoch- und Tiefdruck-Bodenwetterlagen, deren Dauer durch Pfeile über der Datumsachse gekennzeichnet ist.

Wetterlagenverlauf Juli 2011 im Vergleich zur Premeteo-Indexprognose für Südwest-Deutschland


Hochdruckphase 1: Der Monat beginnt mit einer antizyklonalen Bodenströmung durch Hoch Hildegard über dem O-Atlantik, wobei die Region durch einen über der Nordsee gelegenen Höhentrog beeinflusst wird, der am 1. Juli lokal ein arprilartiges Wetter mit Kaltluftbewölkung und Schauern bewirkt. Am 2. und 3. wurde es besonders im Oberrheingraben überwiegend sonnig, doch stellte sich am Boden zwischen Hoch Hildegard und Tief Jörg über der Ostsee eine kalte Nordströmung ein, die im Norden und Osten der SW-deutschen Region noch kräftige Wolkenentwicklung bewirkte. Die antizyklonale Strömung durch Hoch Hildegard hielt bis zum 6. an, wobei der Luftdruck schon deutlich gefallen war und am Nachmittag dichtere Wolkenfelder auftraten. Der hohe Premeteo-Index  von +21 am letzten Tag der Hochdruckphase kam aus Index 2. Zwei Symmetrien mit gegensätzlichem Impuls, an denen Juno beteiligt war, wurden auffällig: Ves 145 Son Jun  (04) A  Hf*  A +14 und Jun 22 Orc Hau  (14)   T*  -14. Die zweite Symmetrie war auf den 7. Juli angerechnet worden. Außerdem wurde der noch unbekannte Aspekt Varuna 90° Eris um 13 UTC exakt. Es lässt sich aus der Konstellation leider nicht sagen, ob er einen Impus trägt oder nicht, A* oder T* wäre möglich.
Der Premeteo-Index summierte sich über diese Wetterphase auf +68.
Tiefdruckphase 1: In Übereinstimmung mit dem negativenPremeteo-Index hatte sich in der Nacht zum 7. Tief Leon über den W-Alpen ausgebildet, das Gewitter und reichlich Niederschlag brachte. Bis zum 9. stand die Region unter dem Einfluss von Tief Kurt über den Brit. Inseln. Der Premeteo-Index summierte sich auf -38.
Hochdruckphase 2: Am 10. kam die Region unter Hochdruckeinfluss in Übereinstimmung mit dem Premeteo-Index, überschritt aber erst am 11. den Höhepunkt, als der Premeteo-Index bereits schon wieder stark negativ war. Die Atmosphäre reagierte träger. Es war noch einmal den ganzen Tag sonnig und es kam zu starker Erwärmung, so dass der 11. als Fehlprognosetag eingestuft werden musste. Der Premeteo-Index summierte sich auf -3.
Tiefdruckphase 2: Am 12. stellte sich die Atmoshäre bei starker Hitzeentwicklung durch T-Meikel auf zyklonal um. Da das Tief aus dem Mittelmeerraum heranzog enthielt es sehr viel Wärmeenergie und brachte in der Nacht zum 13. sehr heftige und lokal unwetterartige Gewitter mit viel Niederschlag. Am 13. war der Premeteo-Index mit +2 flach positiv, doch der geglättete Index zeigte für diesen Tag ein Minimum und prognostizierte so die Verzögerung des Druckminimums um 2 Tage also richtig!  Der Premeteo-Index summierte sich auf -6.
Hochdruckphase 3: Am 14. lässt die Zufuhr kalter, maritimer Polarluft an der Rückseite von T-Meikel die Luftmassen absinken und bis zum Mittag in eine flache antizyklonale Strömung übergehen. Gegen 11UTC wurde Ven 90 Apo Hf K exakt! Es ist aber noch überwiegend stark bewölkt und windig. Auch am 15. war es meist noch stark bewölkt und in der Höhe blieb die zyklonale Strömung in Entsprechung zum negativen Premeteo-Index erhalten. Es war der Sonnen-T-Aspekt Son 0 Var, der in der Bodenschicht nicht zum Zuge kam, möglicherweise wegen Son 150 KN1.
Der Premeteo-Index summierte sich auf -7.
Tiefdruckphase 3: Am 16. stellte sich die Strömung durch Tief Nemo bei Schottland bis zum Mittag auf zyklonal um. Es klarte vor Aufzug der Front nochmal besonders auf und bei sehr guter Fernsicht entfaltete sich zunächst ein sonniger Tag. Erst am Abend zog die Bewölkung ein und in der Nacht zum 17. begann es zu regnen mit kräftigen Niederschlagsmengen. Das Wettersymbol war aufrgrund des tiefen Index am 16. damit falsch prognostiziert.
Am 19. war der Premeteo-Index mit +16 aus Index 1 stark positiv. Um 0 UTC zeigte die Bodenwetterkarte noch einen flachen Druckgradient über Deutschland, aber in der Höhe hatte sich der Trog über W-Europa weiter vertieft. Im Index 2 war für diesen Tag die Konjunktions-Symmetrie Var 4 Son Ven  (16) T  T ( -7) notiert, aber wegen des Symmetriewinkels > 3° nicht berechnet worden. Es zeigte sich nun, dass er doch hätte berechnet werden können. Nach den Erfahrungen des Dezember 2010 werden offensichtlich auch  bei Konjunktions-Symmetrien, ähnlich wie bei den normalen Konjunktionen, die fast-exakten Aspekte des Symmetrieplaneten ausgelöst, in diesem Fall wäre dies Var 60 Sed T -11 gewesen. Setzt man also die Symmetrie ein, hätte der Premeteo-Index für den 19. Juli einen Wert von -2.
Am 21. war mit dem Premeteo-Index von +14 nicht wie erwartet niederschlagsfreier Sonnenschein eingetreten. Im Norden und Osten der SW-deutschen Region gab es noch relativ viel Sonne, während sich im Süden und  am Westrand des Schwarzwalds verstärkt Cumulonimben bildeten. Die ganze Atmophäre ist über W- und O-Europa stark zyklonalisiert. W- und S-Deutschland lagen in einem Bereich geringer Druckdifferenz zwischen dem kleinen Tief Peter über N-Frankreich und dem Tief Otto über Polen. Um 12 UTC lag  der okkludierte Rest von T-Peter noch westlich unserer Region, so dass eine ganz flache antizyklonale Strömung von SW her vorhanden war. In der Höhe hatte sich der einheitliche Trog über Europa in einen westlichen und östlichen Kerne gespalten durch einen flachen Keil, der sich über den Alpen ausgebildet hatte. Hier spiegelte sich durchaus der positive Premeteo-Index, konnte sich aber durch die starke Zyklonalisierung über W- und O-Europa in der Witterung nicht durchsetzen. (In Index 1 war ein Sonne-T-Aspekt mit Juno zugunsten einer Sonne-H-Symmetrie mit  Chiron untergeordnet worden. Bei umgekehrter Rangordnung hätte der Premeteo-Index 0 betragen können, was der wechselhaften Witterung entsprochen hätte. Auch war im Index 3 die doppelte Berechnung des Mars-Mondknoten-Aspekts nicht unterbunden worden.)
Am 22. herrschte praktisch „Aprilwetter“ und dieser Tag mit einem Premeteo-Index von +18 musste ebenfalls als Fehlprognosetag verbucht werden.
Erst ab dem 23. waren Premeteo-Index und Wetter wieder in Einklang. Das Tief Otto hatte sich über Dänemark-Skandinavien festgesetzt und bestimmte das Wetter Mitteleuropas. Insgesamt verlief die Tiefdruck-Witterung über SW-D ab dem 20. Juli in einer Zone flacher Druckgegensätze, so dass sich um die Mittagszeit immer eine schwache, kleinräumige, antizyklonale Strömumg ausbildete.
Der Premeteo-Index summierte sich über diese 10 tägige zyklonale Phase auf -29.
Hochdruckphase 4: Zunächst sehr schwache, antizyklonale Zone in der Bodenschicht ab dem 26. Juli.  In der Höhe blieb der Trog erhalten, hob sich am 27. um etwa 600 gpm an und verlor seine straffe Form. In der Bodenschicht herrschte ein aprilartiges Wetter mit Wechsel von Sonne, Wolken und lokalen Schauern und Gewittern. Der Luftdruck stieg bis zum 29. und Sonnenschein setzte sich etwas mehr durch, aber der Höhentrog war abgeschwächt noch vorhanden und die Witterung blieb wechselhaft mit Schauern. Der Premeteo-Index war am 27. und 28. stark positiv, aber die Restzyklonalität vom T-System-Otto haftete noch stark in der Bodenatmophäre. Bis zum Ende des Monats kam es durch den Höhentrog in der antizyklonalen Bodenströmung zu starker Wolkenbildung und Niederschlägen.
Der Premeteo-Index summierte sich über diese Phase auf +51.

Zusammenfassung:
In der Tendenz hatte der Premeteo-Index  den Juli 2011 richtig prognostiziert . Es gab jedoch in der Summe 2 Tiefdrucktage mehr, bzw. 2 Hochdrucktage weniger als erwartet. Insgesamt war die Atmosphäre auch labiler geschichtet, als erwartet.

Der Juli 2011 hatte eine konstellatorische Besonderheit, die erst mit dem Ablauf des realen Wetters auffiel, denn in der Höhe kam es vom 6. bis zum 31. zur Ausbildung eines Trogs, in dessen zeitlicher Mitte es zu 4 Fehlprognosetagen hintereinander kam (19. -22.) und die Symmetrie von Sonne und Venus zu Varuna exakt wurde, der zugleich zwei seltene, fast-exakte Aspekte zu zwei anderen Kuipergürtelplaneten hatte: Varuna 90° Eris (Impuls noch unbekannt, entweder A oder T) und Varuna 60° Sedna, der schon sicher als zyklonaler Impuls eingestuft werden konnte. Der exakte Aspekt Varuna 90° Eris stand am Beginn der Höhentrogphase, Varuna 60° Sedna an ihrem Ende! Die Konjunktionen von Sonne und Venus mit Varuna sind beide Tiefdruckaspekte.

SW-D befand sich an 16 Tagen im Einflussbereich antizyklonaler Strömung. Die Summe des prognostizierten Premeteo-Index für diese Tage ergibt +109, was einer Indexzahl von +6,63 pro Tag entspricht.
An 15 Tagen befand sich SW-D im Einflussbereich zyklonaler Strömung. Die Summe des prognostizierten Premeteo-Index für diese Tage ergibt -73, was einer Indexzahl pro Tag von -4,87 entspricht.
Die Prognose durch die Premeteo-Wettersymbole war an 6 Tagen falsch (am 11., 16., 19., 21., 22. und 27.), an 16 Tagen richtig und an 9 Tagen tendenziell richtig.
Gemäß der originalen Premeteo-Prognose wäre  mit 13 Tiefdrucktagen  bei einem  mittleren Index von -11,2 pro Tag zu rechnen gewesen und mit 18 Hochdrucktagen bei einem mittleren Index von +10,1 pro Tag.

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Dem interessierten Leser ist es möglich, sich die Konstellationen einzelner Tage anzusehen durch die zur Verfügung stehende dynamische Kosmogrammgraphik.