Juni 2011

Auswertung 06/2011

Allgemeine Beschreibung der Diagramme

Erklärungen zu den verwendeten Fachbegriffen erhalten Sie im: link-arrow-grau{tiframe linktext:="Glossar" width:="650" height:="400" url:="http://www.premeteo.com/de/forschung/glossar.html"}

Das obere Diagramm zeigt den original Premeteo-Prognose-Index wie er vorab im Internet veröffentlicht war. Das untere Diagramm zeigt den korrigierten Premeteo-Index nach dem real eingetretenen Wetterverlauf, wenn Indexierungsfehler entdeckt wurden oder durch die Fehlprognosen eine teilweise Änderung der Prognoseregeln für künftige Prognosen sinnvoll erschien.

 

Index 1: Summe aus den quantifizierten Wertzuordnungen der täglich exakten Impulsaspekte von 12 UTC des Vortags bis 12 UTC des betreffenden Tags

Premeteo-Index: setzt sich zusammen aus Index 1, den quantifizierten, täglich exakten Symmetrien (12-12 UTC) und den quantifizierten Impulsauslösungen durch Konjunktionen, die sich an dem betreffenden Tag in einem Exaktheitsbereich von ± 1° befinden. Er ist massgeblich für die Prognose. Verläuft der Premeteo-Index im negativen Bereich, ist mit einer größeren Wahrscheinlichkeit für eine zyklonale Impulsierung (T = Tiefdruckwetterlage) der Atmosphäre über SW-Deutschland zu rechnen, verläuft sie im positiven Bereich ist eine größere Wahrscheinlichkeit für eine antizyklonale Strömung (H = Hochdruckwetterlage) gegeben. Der Premeteo-Index befindet sich noch in Entwicklung und soll durch weiterführende Forschung verbessert werden.
Die Differenz zwischen Premeteo-Index und Index 1 ergibt sich demnach durch die gleichzeitig auftretenden Impulse von Symmetrien und Konjunktionen.


Luftdruck: täglicher Luftdruckwert der DWD-Wetterstation Lahr um 6 UTC (entnommen der Berliner Wetterkarte) minus 1015 hpa.


Trendlinie des Premeteo-Index, die seinen Verlauf in einer mathematisch geglätteten Form zeigt.

 

H, T: real eingetretene Hoch- und Tiefdruck-Bodenwetterlagen, deren Dauer durch Pfeile über der Datumsachse gekennzeichnet ist.

Wetterlagenverlauf Juni 2011 im Vergleich zur Premeteo-Indexprognose für Südwest-Deutschland


Hochdruckphase 1: Hoch Christiane über der Biskaya ließ den Juli mit einer antizyklonalen Strömung beginnen, doch war es dabei noch durchgehend bewölkt, regnerisch und kühl. Erst am 2. stellte sich lokal die Sonne ein und erwärmte die Atmosphäre wieder. Der Premeteo-Index war insgesamt mit +2 ganz flach positiv.
Tiefdruckphase 1: Tief Aram über der Biskaya stellte die Strömung bereits am 3. auf zyklonal um. Es war dabei am Vormittag noch sonnig, während sich am Nachmittag lokal bei zunehmender Wärme schwarzgraue Gewitterbewölkung zusammenballte. T-Aram bewegte sich langsam über Frankreich Richtung Benelux und bestimmte weiterhin die gewittrige Stimmung über SW-Deutschland. Am 5. betrug der Premeteo-Index nochmal +16 und die Gewitterbewölkung setzte erst gegen Abend ein, ebenso kletterte der Premeteo nochmal am 7. flach in den positiven Bereich, während sich die zyklonale Strömung vertiefte. Auffällig wurden vom 5. bis zum 7. drei miteinander zusammenhängende Symmetrien : Pal 119 Son Hau  (22) T  T*  H -14, Son 120 Pal Hau  (05) T  H  T* 7?, Hau 119 Son Pal  (15) H  T*  T -7? Es handelt sich dabei um eine Art „Vollsymmetrie“, wie sie nur bei 120° im Kreis möglich ist und deren ranghöchster Aspekt Pal 120 Hau T* war. Eventuel bestimmte diese besondere Konstellation die starke Zyklonalisierung dauerhaft über diese Tage und folgte damit auch der Regel des ranghöchsten Aspekts, was für die Sonne-H-Aspekte im Index 1 Folgen gehabt hätte. Die zyklonale Lage hielt bis zum 8. Juni an. Der Premeteo-Index schwankte während dieser Phase zwischen positiven und negativen Werten und lag in der Summe bei -14.
Hochdruckphase 2: Am 9. stellte sich die atmosphärische Strömung bei weitgehend geschlossener Wolkendecke für einen Tag aufgrund absinkender Kaltluft auf antizyklonal um. Der Premeteo-Index hatte den Wert 0.
Tiefdruckphase 2: Am 10. war es am Vormittag noch verbreitet sonnig, doch am Nachmittag verdichtet sich wieder die Bewölkung. Die zyklonale Strömung entsprach dem Premeteo-Index und hielt drei Tage  bis zum 12. Juni an. Der Premeteo-Index summierte sich auf -36.
Hochdruckphase 3: Am 13. stellte sich die Strömung kurzzeitig auf antizyklonal um, was nicht dem weiterhin negativen Premeteo-Index von -12 entsprach, doch blieb es überwiegend dicht bewölkt und es kam lokal zu kleinen Schauern, so dass die Symbolprognose für diesen Tag dennoch korrekt war.
Tiefdruckphase 3: Am 14. bestimmte der flache Trog von Tief Dirk zwischen Norwegen und Schottland das Wetter und brachte lokal kräftige Schauer wiederum in Übereinstimmung mit dem Index von -17.
Hochdruckphase 4: Am 15. stellte die Strömung entsprechend dem positiven Premeteo-Index von +10 vorübergehend unter den Einfluss des kleinen Hochs Diana über den Alpen auf antizyklonal um.
Tiefdruckphase 4: Tief Emil wurde am 16. bei wiederum negativem Index von -13 wetterwirksam und brachte ergiebige Regenschauer.
Hochdruckphase 5: Am 17. reichte ein flacher Hochkeil bei flachen Index von +2 über W- und S-Deutschland. Aber am Abend schwenkte die Strömung um und es kam zu lokal starken Niederschlagägen.
Tiefdruckphase 5: Am 18. beherrschte Tief Fabian das Wettergeschehen. Am 19. kam die Region kurz unter den Einfluss von Hoch Francesca, das sich bei uns nicht durchsetzte, sondern südlich weiterzog zum Balkan. Der Premeteo-Index war negativ bis zum 21, doch auch noch am 22. war am Boden die zyklonale Lage durch die starke Erwärmung der Atmosphäre sehr ausgeprägt und brachte zum Teil ungewöhnlich starke Gewitter. Nur in der Höhe hatte sich eine flache antizyklonale Strömung ausgebildet, entsprechend dem flach positiven Index. Der Premeteo-Index summierte sich für diese Phase auf -11.
Hochdruckphase 6: Bei noch kräftiger Kaltluftbewölkung durch eine Höhenkaltfront dehnte sich am 23.  der Keil eines Hochs von der Biskaya  über SW-D aus, das am 24. den Namen Gertraud erhielt. Am 25. war der Index bereits flach negativ, doch blieb die Strömung antizyklonal. Trotzdem  war es überwiegend dicht bewölkt und es fiel auch vereinzelt etwas Regen. Auch am 26. war der Premeteo-Index mit -2 flach negativ, doch bei leicht fallendem Luftdruck und Erwärmung durch Zustrom von Mittelmeerluft hatte sich im Laufe des Vormittages die Bewölkung am Oberrhein aufgelöst. Um 17.40 UTC wurde Mer 72 GSZ Hf exakt, der mit seinem besonderen Lokalbezug offensichtlich stärker in die Bewertung eingehen könnte. Der Druck fiel bei antizyklonaler Strömung auch am 27. weiter und ging mit einer hochsommerlich heißen Witterung einher. Der Premeteo-Index summierte sich auf +11.
Tiefdruckphase 6: Auch am 28. blieb es bis zum Nachmittag durch die Südströmung wolkenlos sonnig mit großer Hitze, wodurch die Symbolprognose bei einem Premeteo-Index von -13 falsch war. Doch näherte sich von Frankreich bereits Tief Janto und bis Mittag hatte sich die Strömung über SW-D bereits auf zyklonal umgestellt. Es war auffallend, dass sich der Druck zwischen 7 und  11 Uhr nochmal etwas stabilisiert hatte, zum Zeitpunkt von Son 180 Plu H, ein gewichtiger Aspekt. Gegen 21 Uhr erreichte der Luftdruck dann schon sein Minimum. Auch hatte dieser Tag die Besonderheit, dass Index 1 mit +11 stark gegenläufig zum negativen Premeteo-Index war. Auf 500 hpa herrschte eine antizyklonale Strömung.
Erst am 29. stellte sich die erwartete dichte Bewölkung ein und brachte lokal auch sehr starke Regenmengen. Der Premeteo-Index summierte auf -21.
Hochdruckphase 7: In Übereinstimmung mit dem Premeteo-Index von +7 setzte sich am letzten Tag des Monats von den Azoren kommend H-Hildegard durch.


Zusammenfassung:
Der Juli 2011 entsprach genau der in der Jahresvorschau 2011 prognostizierten Monatstendenz. Mit 18 Tiefdrucktagen und reichlich Niederschlag war er feucht und wechselhaft und bestätigte insgesamt den Premeteo-Index sehr gut.
Konstellatorisch war er ein Monat ohne Besonderheiten und zeigte damit auch, dass Fehlprognosen sich in der Regel nur bei besonders komplexen Konstellationen häufen, wie es im vergangenen Mai 2011 oder im Dezember 2010 der Fall gewesen war. Besonders erfreulich war, dass bei den Wettersymbolen nur 2 Tage als falsch eingestuft werden mussten.

Im Juli 2011 befand sich SW-D an 12 Tagen im Einflussbereich antizyklonaler Strömung. Die Summe des prognostizierten Premeteo-Index für diese Tage ergibt +20, was einer Indexzahl von +1,67 pro Tag entspricht.

An 18 Tagen befand sich SW-D im Einflussbereich zyklonaler Strömung. Die Summe des prognostizierten Premeteo-Index für diese Tage ergibt -112, was einer Indexzahl pro Tag von -6,22 entspricht.

Die Prognose durch die Premeteo-Wettersymbole war an 2 Tagen falsch (am 12. und 28.), an 15 Tagen richtig und an 13 Tagen tendenziell richtig.

Gemäß der originalen Premeteo-Prognose wäre  mit 18 Tiefdrucktagen  bei einem  mittleren Index von -9,22 pro Tag zu rechnen gewesen und mit 12 Hochdrucktagen bei einem mittleren Index von +6,2 pro Tag.

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Dem interessierten Leser ist es möglich, sich die Konstellationen einzelner Tage anzusehen durch die zur Verfügung stehende dynamische Kosmogrammgraphik.